In den vorangegangenen Abschnitten wurde gezeigt, daß es sich bei Design nach neuerer Auffassung um eine komplexe Tätigkeit handelt, die mehrere Disziplinen bzw. deren Methoden vereint oder adaptiert, und es zur Aufgabe hat, Innovationen zu schaffen.

Die aufgeführten Beispiele zeigen selbstverständlich nur eine Auswahl der aktuell existierenden Ansichten zum Designprozess. Sie wurden als Vertreter aufgrund ihrer Zielsetzung und Bezug zum erweiterten Designbegriff bewußt ausgewählt.

Was den Designprozess so schwierig zu handhaben macht, ist die Tatsache, daß innerhalb des Prozesses jederzeit etwas passieren kann, was dazu zwingt, bereits abgearbeitete Stufen zu wiederholen und neu aufzurollen (iterative Prozesse). Daraus folgt meiner Meinung nach, daß der Designprozess zwar in verschiedene Abschnitte gegliedert, aber nicht linear, sondern nur iterativ beschrieben werden kann. Dies lässt sich anhand verschiedener Ansätze innerhalb der „Design-Community“ belegen. Allen folgenden Ansätzen sind die Eigenschaften der Gliederung und des iterativen Aspektes – mal mehr, mal weniger deutlich – zu eigen.

In seinem Buch “designmethods” stellt John C. Jones Design allgemein als einen Prozess dar, mit drei Stufen besteht:

analysis: breaking the problem into pieces
synthesis: putting the pieces together
evaluation: testing to discover the consequences of putting the new arrangement into practice

Diese drei Schritte benennt er bewußt in „divergence“, „transformation“ und „convergence“ um. Jones möchte damit dem Designprozess seine eigenen Termini geben, um sich von den klassischen Begriffen, wie sie bereits in der Architektur oder im Ingenieurbau verwendet werden, abzusetzen. Beim Ablauf dieser drei Schritte verweist Jones auf die gemeinsame Auffassung seiner Kollegen Asimov und Watts. Sie betrachten „designing“ als einen zirkulären, vom Allgemeinen hin zum Besonderen verlaufenden, iterativen Prozess.

(vgl. J. C. Jones, designmethods, Chapter 5, The Design Process desintegrated, 1970, S. 63-69)

Abbildung 2: Ein zirkulärer, sich verjüngender, iterativer Designprozess nach J. C. Jones
(eigene Grafik)

iterativer designprozess

 

Ein weiteres Modell des Designprozesses stellt Charles L. Owen, Professor am Institute of Design, Chicago vor. Für Ihn ist Design eine der Hauptstrategien für Wettbewerbserfolg.

“Design is now recognized as a major strategy for competitive sucess.“
(Charles Owen, 1998)(61)

In diesem Zusammenhang ist für Owens Design ein wichtiger Bestandteil („development through design“) im Entwicklungsprozeß („development“). In seinen Ausführungen geht er von einer direkte Entwicklung („direct development“) über zu einer Entwicklung mittels Design und erweitert diese anschließend um zwei übergeordnete Stufen („planning“ und „metaplanning“).

Das „planning“ separiert den Prozess der Konzeptfindung vom der spezifischen Durchführung. Die erweiternde, vorgeschaltete Stufe des „metaplanning“ beschäftigt sich methodologisch mit dem „planning“ und dem „designing“ – „planning the planning and designing process“. (vgl. Chi-Kang Peng, 1993)(62)

Abbildung 3: Designprozess und seine Entwicklung nach Owen, (IIT)
Bild-Quelle: Owen, Design, Advanced Planning and Product Development, 1998, IIT

Designprozess/Owen

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