Wie in der Einleitung erwähnt ist Design zum einen ein Wirtschaftsfaktor geworden. Somit ist er an die Wertschöpfungskette gebunden und sollte daher für manche Finanzentscheidungen transparent und kommunizierbar, und – im Idealfall – wiederholbar sein. Deshalb findet ein methodisches Arbeiten auch im Design immer mehr Anklang. Darüber hinaus beschäftigt sich Design heute mit immer komplexer werdenden Aufgabenstellungen und ist daher eine inter- und transdisziplinäre Angelegenheit, die nach Beat Schneider einer Disziplinierung der Beteiligten in Ausdruck und Form bedarf.

Was nun eine Designmethode im speziellen Fall darstellt, hängt mit dem jeweiligen Designverständnis zusammen. Im Folgenden zwei allgemeine Ansätze der Beschreibung:

„A design method is any action one may take while designing“
(John C. Jones, 1980)(63)

Unter einer Methode wird ein System von Regeln verstanden, das Klassen möglicher Operationen bestimmt, die von gegebenen Eingangsbedingungen zu geforderten Ausgangsbedingungen (Zielen) führt (…). Das allgemeine Ziel einer so verstandenen Designmethodik besteht darin, die Methodenkompetenz des zukünftigen Designers so zu erhöhen, daß er sich bei Wahrung seines künstlerischen Anspruches mit seinem professionellen Anliegen gut in ein polydisziplinär zusammengesetztes Entwicklungsteam integrieren kann und sich dort zufolge dieser Kompetenz auch durchzusetzen versteht.
(Rolf Frick, 1997)(64)

Das Arbeiten mit Designmethoden setzt somit Folgendes voraus:

  • Designmethoden sind kein Garant für Erfolg; sie dienen der Erkenntnisgewinnung und der Risiko-Minimierung innerhalb des Designprozesses und erhöhen dadurch die Wahrscheinlichkeit für ein erfolgreiches Ergebnis.
  • Designmethoden sind kein Ersatz für kreatives Arbeiten oder Denken. Im Gegenteil: Sie setzen dies sogar voraus!
  • Auch verhelfen Designmethoden zu einer Disziplinierung der Vorgehensweise, wodurch eine klare Kommunikation mit anderen Disziplinen erfolgen kann.
  • Das Arbeiten mit Designmethoden setzt eine bestimmte, weniger restriktive, Auffassung des Designbegriffs voraus. Diese geht mit der Haltung einher, daß der Mensch im Mittelpunkt der Zielsetzung von Design stehen muß („Human Centered“). Zum anderen sollte sich der Designer sich bereit erklären, sein „Schaffen“ transparent zu gestalten und zu kommunizieren.
  • Designmethoden verbessern die Planarbeit des Designprozesses

Die genannten Ansichten sind ein Resultat der geschichtlichen Entwicklung, die im nächsten Kapitel zusammenfassend beschrieben wird.

 

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