Anmerkung: Diese Daten stellen eine Auswahl von relevanten Ereignissen dar.

Die Anfänge der Designmethoden sind eng mit dem Begriff des „Design Research“verknüpft, welches L. Bruce Archer auf der DRS (Design Research Society) Konference in Portsmouth als

„(…) systematic inquiry whose goal is knowledge of, or in, the embodiement of configuration, composition, structure, purpose, value, and meaning in man-made things and systems“

(L. Bruce Archer, 1981)(65)
beschreibt.

Design Research war eine Reaktion auf die steigende Komplexität und die damit verbundenen gestiegenen Ansprüche an das Design und gilt als der Beginn die Designdisziplin wissenschaftlicher zu betrachten. Als geistiger Ursprung für diesen Ansatz kann das in Deutschland in den 1920er Jahren gegründete Bauhaus gesehen werden. Dessen Methodologie fand seine Fortsetzung im New Bauhaus in Chicago – aus dem später das Institute of Design in Illinois, USA hervorging – sowie in der Hochschule für Gestaltung (HfG) in Ulm, Deutschland.

An dieser Stelle möchte ich mit zwei Zitaten von Professor Bernhard E. Bürdek – ehemaliger Student an der HfG Ulm – auf den Zusammenhang zwischen Designmethodologie und Methode hinweisen. Zusätzlich sei erwähnt, daß der oben zitierte L. Bruce Archer ein ehemaliger Lehrer an der HfG Ulm ist.

Oftmals wurde fälschlicherweise angenommen, Ziel der methodologischen Forschung sei die Entwicklung einer einheitlichen und stringenten Methode für Design. Dabei wurde übersehen, daß unterschiedliche Aufgaben eben auch unterschiedliche Methoden erfordern und die entscheidende Frage, welche Methode man bei welcher Problemstellung anwenden solle, am Anfang jedes Entwurfprozesses stehen muß. (…) Die Designmethodologie war von dem Grundsatz geprägt, dass man, bevor man anfängt, etwas zu verändern oder neu zu entwerfen, erst einmal verstehen sollte, worum es überhaupt geht.

(Bernhard E. Bürdek, 2005)(66)

Designmethoden sind also kein Allheilmittel und auch kein Erfolgsgarant. Sie dienen der Erkenntnisgewinnung innerhalb der jeweiligen Stufe des Designprozesses, in der sie angewendet werden. Durch eine geeignete Zusammenstellung und Anwendung erhöhen sie die Wahrscheinlichkeit für ein erfolgreiches Ergebnis.
In den Industrienationen tauchte die erste Literatur über Designmethoden im englisch-sprachigen Raum mit den 1950er und 1960er Jahren auf. In der Nachkriegszeit begannen die Designer, sich in den USA für die neuen Techniken und komplexen Entwicklungsabläufe zu interessieren, die das Militär während des Krieges entwickelt hatte; nicht zu letzt weil viele von ihnen zuvor selbst beim Militär waren und nun mit ihren dort gelernten Methoden in die Unternehmen kamen. So überrascht es nicht, daß Horst Rittel in der Begründung für den Einsatz von Methoden im Design in einem Interview das Militär erwähnte:

„The reason for the emergence of the design methods in the late ‘50s and early ‘60s was the idea that the ways in which the large-scale NASA and military-type technological problems had been approached might profitable be transferred into civilian or other design areas.“

(Horst Rittel, 1972)(67)

1962 organisierten J.C. Jones und D.G. Thornley die erste „British Conference on Design Methods“ in London und läuteten damit einen Wechsel in der Auffassung von Design ein.

Im Jahr 1965 folgte eine weitere Konferenz in Birmingham, 1967 die „Design Methods in Architecture Symposium“ in Portsmouth. Die dort besprochenen Designmethoden, die im wesentlichen von Systemanalyse und Systemtheorie geprägt waren wurden später von Horst Rittel als „first generation design methods“(68) eingestuft.

Anfang der 1960er plädierte Christopher Alexander für eine rationalere Herangehensweise im Bereich Design und führte in seiner Doktorarbeit „Notes on the Synthesis Form“(69) vier Argumente für die Notwendigkeit an, den Entwurfsprozeß mittels eigener Methoden zu stärken:

  • Die Komplexität der Entwurfsprobleme macht ein rein intuitives Vorgehen unmöglich
  • Die Vielzahl der möglichen Entwurfslösungen benötigt eine riesige Informationsmenge, der ein einzelner Designer unmöglich allein beikommen kann
  • Die Anzahl der Entwurfsprobleme wächst zu rasch
  • Die Art der Entwurfsprobleme ändert sich in immer kürzeren Zeitabschnitten, weshalb angesammeltes Wissen oft meist nicht lange Bestand hat

In seiner Methode ging es darum, komplexe Designprobleme in kleinere, lösbarere Bestandteile mittels Mathematik und Logik zu zerlegen und dann der Reihe nach zu lösen.

1966 wird in London die „Design Research Society (DRS)“ gegründet.

1967 brachte eine Gruppe von Designern an der University of California in Berkeley den ersten Newsletter, den „Design Methods Group (DMG) Newsletter“ heraus. Dieser Gruppe gehörten u.a. John C. Jones, L. Bruce Archer, Christopher Alexander und Horst Rittel an.

Im Juli 1968 fand am Massachusetts Institute of Technology (MIT) die „DMG International Conference“ statt, die es sich zum Ziel gesetzt hatte eine Plattform für Veröffentlichungen zu gründen und einen Dialog zwischen Theoretikern und Praktikern zu fördern.

Der spätere Nobelpreisträger Herbert A. Simon veröffentlichte 1968 sein Buch „The Sciences of the Artifical“ in dem er seine Thesis von Design als der Summe der „man-made things and organizations(65) vorstellte, und die Probleme, die er mittels Design lösen wollte, als „wicked problems“ bezeichnet.

Unter den neuen Anforderungen, die mit den von Horst Rittel vorgestellten „wicked problems“ einhergingen, entwickelten sich die Designmethoden weiter. Diese sogenannte „second-generation designmethods“ unterschieden sich hauptsächlich in zwei Punkten von ihren Vorgängern. Sie banden den Kunden/User/Endverbraucher in den Entscheidungsprozeß mit ein, und sind mehr an der Schaffung einer Vielzahl von wahrscheinlichen Optionen – statt an einer einzelnen fixen Problemlösung – interessiert.

1970 wird die „Environmental Design Research Association (EDRA)“ gegründet, die noch im selben Jahr die erste EDRA Konferenz veranstaltete.

1980 findet im englischen Portsmouth die „Design: Science: Method“ Konferenz statt.

Von 1986 – 1993 veröffentlicht Charles Owen vom Institute of Design (IID) in Illinois seinen „Design Processes Newsletter“, der sich mit Design Research, Design Management und Design Politik beschäftigte.

Anmerkung:
Diese Daten stellen eine Auswahl von relevanten Ereignissen dar.

 

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